19. Mai 2003      
 

WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

 

 
Tipp: Mit Bier auf Schneckenfang

Geranienmarkt in Wolfenbüttel war erneut Publikumsmagnet
Der Pflanzendoktor half mit Rat und Tat

Von Frank Wöstmann

WOLFENBÜTTEL. Respekt! Die Wolfenbütteler und ihre Gäste ließen sich gestern auch durch immer wiederkehrende Schauer nicht von einem Besuch des Geranienmarktes abhalten. Tausende kamen und schlenderten über den Marktplatz kaum einer verließ die Innenstadt, ohne bei den vielen Anbietern eine Pflanze erstanden zu haben.

"Vor allem der Start war gut", urteilte gegen Mittag Hans-Peter Großklaus von der Gärtnerei am Fümmelsee. Die Leute kauften nicht nur Geranien, sondern auch Gänseblümchen, Surfinia, Weihrauch... "Die gesamte bunte Palette ging bestens."

Darüber hinaus waren alle Gemüsepflanzen ein Renner. "Wie jedes Jahr." Großklaus muss es wissen. Seit 28 Jahren nimmt er am Geranienmarkt teil und ist damit eine Art Gründungsmitglied. Entsprechend umfangreich und üppig war gestern der Stand des 62-jährigen Gärtnermeisters vom Fümmelsee.

Etwas kleiner, doch nicht minder attraktiv präsentierte sich der Verein Gärtnermuseum. Die Gruppe, zu der inzwischen 70 Mitglieder zählen, krankt nach Aussage von Vorstandsmitglied Dagmar Niehüser aber an der unklaren Unterbringung. "Wir werden ordentlichen Zulauf kriegen, wenn wir endlich den Streckhof haben", sagte sie. Schon am Sonntag war das Interesse der Marktbesucher groß. "Unsere Befürchtungen wegen des Wetters haben sich nicht bestätigt." Sämtliche 1000 Sonnenblumen, die der Verein für Balkon und Terrasse gezogen hatte, waren am Abend verkauft.

Manche Besucher brachten allerdings auch Pflanzen mit in die Stadt. Sie legten am Stand von Bayer CropScience jene Blätter und Stauden dem Pflanzen-Doktor vor, die nicht oder nur schlecht wachsen wollten. "Es kamen die üblichen Probleme zur Sprache" berichtete Gartenbau-Ingenieur Rolf Lüders (Stade), der diese Aktion schon zum wiederholten Mal mitmachte. Von Schnecken über Zikaden und Läusen bis hin zu Ameisen oder echten Krankheiten er hatte für jeden einen Tipp parat. Verkauft wurde allerdings nichts. Und wer Vorbehalte gegen Chemie hatte, dem half Lüders auch: "Gegen Schnecken hilft, ein mit Bier gefülltes Weckglas einzugraben." Morgens könne man die gierigen Tiere dann einsammeln.

Auch der Verein "Weggefährten" aus Braunschweig, der sich um tumorkranke Kinder kümmert, stellte sich vor. Mitglied Dirk Fellenberg topfte mit Kindern am Informationsstand Eisbegonien ein: "Kinder lernen, dass Pflanzen Lebewesen sind, die man pflegen muss."

Montag, 19.05.2003