Von Frank Wöstmann
WOLFENBÜTTEL. Respekt! Die Wolfenbütteler und ihre Gäste ließen
sich gestern auch durch immer wiederkehrende Schauer nicht von
einem Besuch des Geranienmarktes abhalten. Tausende kamen und
schlenderten über den Marktplatz
–
kaum einer verließ die Innenstadt, ohne bei den vielen Anbietern
eine Pflanze erstanden zu haben.
"Vor allem der Start war gut", urteilte gegen Mittag
Hans-Peter Großklaus von der Gärtnerei am Fümmelsee. Die Leute
kauften nicht nur Geranien, sondern auch Gänseblümchen, Surfinia,
Weihrauch... "Die gesamte bunte Palette ging bestens."
Darüber hinaus waren alle Gemüsepflanzen ein Renner.
"Wie jedes Jahr." Großklaus muss es wissen. Seit 28
Jahren nimmt er am Geranienmarkt teil und ist damit eine Art Gründungsmitglied.
Entsprechend umfangreich und üppig war gestern der Stand des 62-jährigen
Gärtnermeisters vom Fümmelsee.
Etwas kleiner, doch nicht minder
attraktiv präsentierte sich der Verein Gärtnermuseum. Die
Gruppe, zu der inzwischen 70 Mitglieder zählen, krankt nach
Aussage von Vorstandsmitglied Dagmar Niehüser aber an der
unklaren Unterbringung. "Wir werden ordentlichen Zulauf
kriegen, wenn wir endlich den Streckhof haben", sagte sie.
Schon am Sonntag war das Interesse der Marktbesucher groß.
"Unsere Befürchtungen wegen des Wetters haben sich nicht
bestätigt." Sämtliche 1000 Sonnenblumen, die der Verein für
Balkon und Terrasse gezogen hatte, waren am Abend verkauft.
Manche Besucher brachten allerdings auch Pflanzen mit in die
Stadt. Sie legten am Stand von Bayer CropScience jene Blätter und
Stauden dem Pflanzen-Doktor vor, die nicht oder nur schlecht
wachsen wollten. "Es kamen die üblichen Probleme zur
Sprache" berichtete Gartenbau-Ingenieur Rolf Lüders (Stade),
der diese Aktion schon zum wiederholten Mal mitmachte. Von
Schnecken über Zikaden und Läusen bis hin zu Ameisen oder echten
Krankheiten
–
er hatte für jeden einen Tipp parat. Verkauft wurde allerdings
nichts. Und wer Vorbehalte gegen Chemie hatte, dem half Lüders
auch: "Gegen Schnecken hilft, ein mit Bier gefülltes
Weckglas einzugraben." Morgens könne man die gierigen Tiere
dann einsammeln.
Auch der Verein "Weggefährten" aus Braunschweig, der
sich um tumorkranke Kinder kümmert, stellte sich vor. Mitglied
Dirk Fellenberg topfte mit Kindern am Informationsstand
Eisbegonien ein: "Kinder lernen, dass Pflanzen Lebewesen
sind, die man pflegen muss."
 |