07. Juli 2003

 

 

 

 

WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

 


 

 

"Letzte Chance, tätig zu werden"

Kulturausschuss plant Besichtigung des Streckhofes – Verein Gärtnermuseum beteiligt sich an der Kulturnacht

Von Stephanie Peißker

WOLFENBÜTTEL. "Noch in diesem Jahr will der Kulturausschuss des Rates der Stadt den Streckhof besichtigen", sagte Sighild Salzmann, Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins Gärtnermuseum am Rande einer Fahrt des Vereins ins Europa-Rosarium nach Sangerhausen. In einem Streckhof am Neuen Weg will der Verein ein Gärtnermuseum einrichten.

Bürgermeister Axel Gummert und Kämmerer Knut Foraita haben den Streckhof vor kurzem erst besichtigt. Professor Dr. Paul Raabe, Ehrenbürger dieser Stadt und seit wenigen Tagen Vorsitzender des neu gegründeten Vereins Kulturstadt Wolfenbüttel, halte den Streckhof für außerordentlich gut geeignet, um dort ein Gärtnermuseum zu eröffnen. Die Verwirklichung des Gärtnermuseums sei bereits in das Programm des Vereins Kulturstadt Wolfenbüttel aufgenommen worden.

Warten auf Ankauf

"Die Stadtgeschichte ist ohne die Gärtnergeschichte undenkbar", meinte Sighild Salzmann. Der Besitzer des Streckhofes warte seit zwei Jahren darauf, dass sein Hof für die Einrichtung des Museums aufgekauft wird. "Er hat laufende Kosten und kann den Hof nicht vermieten, weil er auf uns wartet. Aber wenn nun ein anderer Käufer kommt, haben wir ein Problem", gab die Geschäftsführerin des Vereins zu bedenken.

Für den Ankauf und die Sanierung des Hofes seien Stiftungsgelder in Aussicht. "Das geht aber nur unter der Voraussetzung, dass sich auch die Stadt Wolfenbüttel engagiert", so Sighild Salzmann. Nachdrücklich fügte sie hinzu: "Das ist jetzt unsere letzte Chance, tätig zu werden."

Unterdessen hat der Verein Gärtnermuseum schon rund 70 Gerätschaften gesammelt, die in das Museum gehören: historische Saatgutmaschinen, alte Dosenverschlussmaschinen und eine Kartoffelschälmaschine. Zudem verfügt er über mehrere Schüffeleisen. Das sind Geräte, mit denen die Gärtner früher beispielsweise die junge Saat auf den Feldern von Unkraut befreiten. Die Maschinen und Gerätschaften sind zurzeit in einer Scheune in Dettum untergebracht.

Zahlreiche Aktionen

Dem Verein Gärtnermuseum gehören inzwischen 72 Mitglieder an. Gegründet wurde der Verein 2001. Mit Aktionen macht der Verein Gärtnermuseum in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. So beteiligte er sich in diesem Jahr bereits am Geranienmarkt. Gegen eine Spende konnten Besucher an einem Informationsstand Sonnenblumen erhalten, die zurzeit übrigens prächtig aufgeblüht sind.

Eine Fahrt zum Europa-Rosarium nach Sangerhausen in Sachsen-Anhalt unternahmen Mitglieder und Gäste des Vereins am vergangenen Samstag. "Mit solchen Fahrten wollen wir nicht nur unseren Mitgliedern etwas Besonderes bieten, sondern auch Außenstehende motivieren, unserem Verein beizutreten", sagte die Geschäftsführerin.

 

 

 

 

 

     zurück