12. Juli 2003      
 

WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

 

 

 Ideen für Gärtnermuseum

Wernigeröder Studenten stellten ein Konzept für die Vermarktung vor
Von Lore Schönberg

WOLFENBÜTTEL.Das Herzklopfen war den vier Studierenden der Hochschule Harz in Wernigerode anzumerken, als sie eine "Ideenkonzeption zur Vermarktung des Gärtnermuseums Wolfenbüttel" vorstellten.

Die unter Leitung von Professor Karsten Kirsch, Gründungsdekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, erarbeitete Studie entstand im Sommersemester 2003 und gehört als Projektarbeit in ein Praxissemester des 6-semestrigen Studienganges zur Touristik.

"Keine Gutachter"

"Wir sind keine Gutachter, wir verstehen uns vielmehr als Impulsgeber mit dem Versuch, uns an den Gedanken und Vorstellungen der Kunden zu orientieren. Wir entwickeln Themen und nehmen Ideen auf. Das Thema Gärtner war bei uns bisher noch nicht präsent", betonte Kirsch vor Beginn der Veranstaltung, an der der Vorstand des Gärtnermuseums, der Stadtkämmerer und der Leiter des Stadtmarketings Wolfenbüttel teilnahmen.

Die Projektarbeit hatte im Frühjahr mit zwei Exkursionen begonnen, bei denen die Studierenden die Stadt Wolfenbüttel kennen gelernt, sich über die bisherige Planung zum Gärtnermuseum und den Möglichkeiten zur Realisierung vertraut gemacht und eingehende Gespräche mit den Vorstandsmitgliedern zu grundlegender Information und Orientierung geführt hatten. Ausgehend von zwei Leitideen – der 300-jährigen Tradition der Gärtnerstadt und der Vision eines "lebendigen Museums" – entwickelten Anne Gerstenberger und Katja Herrmann, Daniel Glöckner und Ronny Blechschmidt danach ein einfallsreiches Konzept, dessen einzelne Schwerpunkte sie anschaulich darstellten.

Das lebendige Museum sollte mit Ausstellung alter Gerätschaften und Darstellung früherer Arbeitsabläufe und Techniken traditionelle Werte aufgreifen und ein Ort zum Lernen, Verstehen und Mitmachen sein, aber auch Erholung, Entspannung und Unterhaltung für die Besucher aus der Region und Gäste aus anderen Regionen bieten, wozu die notwendigen Voraussetzungen bezüglich des Standortes und der Nutzflächen, der Gebäude und Parkplätze geschaffen werden müssen.

Kreativität bewiesen die jungen Planer bei den Themen praktischer Vermarktung, wobei der eher konventionelle Museumsshop ergänzt wird durch ein Angebot von ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse und die Möglichkeit, solches an Ort und Stelle zu verzehren.

Kommunikation, Werbung und Preispolitik nehmen wichtige Plätze im Konzept ein. "Alle Sinne ansprechen" – unter diesem Motto werden Programme für die Besucher, von Vorschulkindern und Schulklassen bis zu Senioren, in großer Ausführlichkeit und unter didaktischen Aspekten dargestellt, und das Angebot für Hobbygärtner und Kleingärtner bietet eine umfassende Palette an Information und Weiterbildung. Die Entwicklung in weiterer Zukunft wird mit vorsichtigem Optimismus angesprochen, aber nicht umfassend ausgebaut.

Gemüsekorb zum Dank

Für den Gärtnerverein dankte Sighild Salzmann den Studierenden und ihrem Mentor für die vorgetragene Arbeit und Anregung und zeigte sich begeistert von der Vielfalt der Präsentation. "Es ist für uns alle wichtig, die Problematik des Projektes aus einem anderen Gesichtspunkt als unserem eigenen zu sehen", sagte sie. Sie überreichte als Anerkennung einen hochbepackten Wolfenbütteler Gemüsekorb.