04. März 2004      
 

WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

 

 

 "Müssen jetzt andere Lösung finden"

Stadt lehnt Beteiligung am Gärtnermuseum ab -
Denkmalpflege: Streckhof ist "Top-Exemplar seiner Spezies"
Von Karl-Ernst Hueske

WOLFENBÜTTEL. Dr. Gerd Biegel, Chef des Braunschweigischen Landesmuseums, hat die Erstellung des Museumskonzepts bereits zugesagt, und Günter Jung von der Denkmalpflege bei der Bezirksregierung zählt den Streckhof am Neuen Weg 33 zu den "Top-Exemplaren seiner Spezies in der Stadt". Nur die Stadt selbst lehnt eine Beteiligung am Erwerb des Streckhofes zwecks Einrichtung eines Gärtnermuseums bisher ab.

Im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Vereins Gärtnermuseum im Restaurant Smedien standen auch in diesem Jahr die Bemühungen des Vereins, den historischen Gärtnereihof zu erwerben und in ein Gärtnermuseum zu verwandeln.

Nachdem der Verein von zwei Stiftungen erhebliche Mittelzusagen für die Sanierung und den Kauf des Streckhofes erhalten hatte, wollte der Verein im Oktober des vergangenen Jahres noch die Stadt mit ins Boot holen.

Bedenken geäußert

In einem Gespräch im Rathaus hätten aber Vertreter aller Ratsfraktionen sowie Bürgermeister Axel Gummert erhebliche Bedenken gegen dieses Projekt geäußert, berichtete Sighild Salzmann , Geschäftsführerin des Vereins Gärtnermuseum. Diese Ablehnung erhielt der Verein dann auch schriftlich nachgereicht. In dem Brief vom 15. Dezember heißt es wörtlich: "Die Stadt bekennt sich ausdrücklich zu ihrer Verantwortung der Bewahrung und Pflege der geschichte Wolfenbüttels als Gärtnerstadt. …Das Finanzierungskonzept ihres Vereins bietet jedoch aus meiner Sicht – auch unter Berücksichtigung der in Aussicht gestellten Mitfinanzierung durch Stiftungen neben der einmaligen Bezuschussung seitens der Stadt (in Höhe von 30 000 Euro, die Red.) – keine tragfähige Grundlage für den dauerhaften Betrieb des Museums ohne laufenden Betriebskostenzuschuss."

Verlässlicher Partner

Nach diesem Schreiben war die Enttäuschung im Vorstand des Gärtnermuseumsvereins zunächst sehr groß, zumal die Mittel der Stiftungen nur dann zur Verfügung stehen, wenn langfristig die Trägerschaft des Museums gesichert wäre. Und da wäre die Stadt natürlich ein verlässlicher Partner gewesen, bemerkte Salzmann, die sich gemeinsam mit dem Vorstand jedoch "kämpferisch" gab: "Wir wollen nicht von diesem Vorhaben ablassen. Wir müssen jetzt eine andere Lösung finden."

Zwischenzeitlich will der Verein (derzeit 79 Mitglieder) mit Veranstaltungen und einer Gärtnerausstellung im Jahr 2005 mit dem Museum im Schloss weiterhin an die Geschichte der Gärtner in Wolfenbüttel erinnern.

Vorgesehen ist eventuell auch eine Anpachtung des Gebäudes oder eine Finanzierung über eine Wolfenbüttel-Stiftung, deren Gründung aber seit Jahren auf sich warten lässt. Vorsitzender Peter Kinne meinte zudem: "Vielleicht finden wir auch jemanden, der das Kapital für den Kauf des Gebäudes (laut Verkehrsgutachten 110 000 Euro, die Red.) zur Verfügung stellt." Kinne war zudem optimistisch: "Bei einer besseren Haushaltssituation der Stadt steigt die Stadt auch noch in das Projekt Gärtnermuseum ein."