3. März 2005  

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WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

 

 

Gemüsebauern leben von Substanz und Banken 

Wolfenbütteler Kreisverbandsvorsitzender beklagt mangelnde Perspektiven

Von Christine Pelz

WOLFENBÜTTEL
Düstere Zeiten für Wolfenbütteler Gemüsebauern: Dies machte gestern der Vorsitzende des Kreisverbandes, Helmut Grabenhorst, im Vorfeld der Wintertagung des Landesfachverbandes Gemüsebau im Forsthaus deutlich. Ablesbar sei dies allein an der Zahl der Gemüsebauern in der Lessingstadt: Von 150 nach dem Krieg seien lediglich 10 übrig geblieben. "Und die leben von der Substanz und den Banken, denn wir können noch nicht mal die Kosten für unsere Produkte decken, die wir vermarkten."


Helmut Grabenhorst (Mitte) steht nicht nur dem Kreisverband der Gemüsebauern vor, sondern wurde
gestern auch als Vorstandsmitglied des Landesfachverbandes bestätigt.               Foto: Christine Pelz

Diese mangelnden wirtschaftlichen Perspektiven führten dazu, dass der Berufszweig massive Nachwuchssorgen habe. "Wir wissen nicht", so Grabenhorst, "ob unsere Betriebe in zehn Jahren überhaupt noch eine Zukunft haben." Dennoch habe natürlich jedes Familienunternehmen Interesse am Fortbestand des eigenen Betriebes. Gleichwohl sei nicht zu übersehen, dass die Stimmung schlecht sei. Die Preise für das angebaute Gemüse, das in Wolfenbüttel auf zirka 130 Hektar vorwiegend Salate, Kohl und Kohlrabi umfasse, seien auf einem historischen Tiefstand.

Während der Wintertagung ging es außerdem um ein Qualitätssicherungssystem, das auf Verlangen des Handels noch in diesem Jahr eingeführt werden solle. Unter anderem werde eine Dokumentation von Anbau, Pflege und Kulturtechniken verlangt, um Handel und Verbrauchern Sicherheit zu bieten. Auf höheren Kosten, die in diesem Zusammenhang auf die Bauern zukämen, bleiben nach Grabenhorsts Überzeugung erneut die Erzeuger sitzen.