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Von Christine Pelz
WOLFENBÜTTEL. Düstere Zeiten
für Wolfenbütteler Gemüsebauern: Dies machte gestern der
Vorsitzende des Kreisverbandes, Helmut Grabenhorst, im
Vorfeld der Wintertagung des Landesfachverbandes Gemüsebau
im Forsthaus deutlich. Ablesbar sei dies allein an der Zahl
der Gemüsebauern in der Lessingstadt: Von 150 nach dem
Krieg seien lediglich 10 übrig geblieben. "Und die
leben von der Substanz und den Banken, denn wir können noch
nicht mal die Kosten für unsere Produkte decken, die wir
vermarkten."

Helmut Grabenhorst (Mitte) steht
nicht nur dem Kreisverband der Gemüsebauern vor, sondern
wurde
gestern auch als Vorstandsmitglied des Landesfachverbandes
bestätigt.
Foto: Christine Pelz
Diese mangelnden wirtschaftlichen
Perspektiven führten dazu, dass der Berufszweig massive
Nachwuchssorgen habe. "Wir wissen nicht", so
Grabenhorst, "ob unsere Betriebe in zehn Jahren
überhaupt noch eine Zukunft haben." Dennoch habe
natürlich jedes Familienunternehmen Interesse am
Fortbestand des eigenen Betriebes. Gleichwohl sei nicht zu
übersehen, dass die Stimmung schlecht sei. Die Preise für
das angebaute Gemüse, das in Wolfenbüttel auf zirka 130
Hektar vorwiegend Salate, Kohl und Kohlrabi umfasse, seien
auf einem historischen Tiefstand.
Während der Wintertagung ging es
außerdem um ein Qualitätssicherungssystem, das auf
Verlangen des Handels noch in diesem Jahr eingeführt werden
solle. Unter anderem werde eine Dokumentation von Anbau,
Pflege und Kulturtechniken verlangt, um Handel und
Verbrauchern Sicherheit zu bieten. Auf höheren Kosten, die
in diesem Zusammenhang auf die Bauern zukämen, bleiben nach
Grabenhorsts Überzeugung erneut die Erzeuger sitzen. |