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Sehen sich durch den Zuspruch in ihrem Vorhaben
gestärkt, ein Gärtnermuseum zu errichten (von links): Sighild
Salzmann, Gabiele Mönch-Paul, Manfred Ammon und Peter Kinne.
Pate für das Prunkstück gesucht
Der Verein Gärtnermuseum eröffnet im
Schloss eine neue Ausstellung
WOLFENBÜTTEL. "Das gibt uns Rückenwind", freute sich
Sighild Salzmann bei der Eröffnung der Ausstellung des Vereins
Gärtnermuseum im Schloss. Denn die musealen Räume mit zahlreichen
Exponaten aus der Blütezeit der Erwerbsgärtnerei in Wolfenbüttel
konnten die Besucher kaum fassen. Das große Interesse der
Bevölkerung wertete die stellvertretende Vorsitzende des Vereins
als Ermunterung, das Ziel im Blick zu behalten: ein Gärtnermuseum
in der kulturhistorischen Stätte eines Streckhofes.
Es soll nicht nur dieses avisierte Gebäude am Neuen Weg sein,
sondern auch ein dahinter liegendes Feld, auf dem allerlei Früchte
von der Aussaat bis zur Ernte beobachtet werden können, forderte
Gabriele Mönch-Paul, die den Besuchern eine erste Einführung in
die Ausstellung gab. "Grüne Stadtgeschichte" seit den Anfängen der
Gärtnerei im Jahre 1532 ließ sie dabei lebendig werden. Zugleich
lobte sie die Bereitschaft zahlreicher Leihgeber, die für die
Ausstellung diverse Arbeitsgeräte, Fotos, Dokumente und andere
Archivalien zur Verfügung gestellt haben. Wenn es das
Gärtnermuseum bereits gäbe, wanderten alle Exponate dorthin,
versicherte Vorsitzender Peter Kinne. Stattdessen suche man nun
ein Magazin, um die Gegenstände nach dem Abschluss der Ausstellung
lagern zu können.
Optimistisch äußerte sich Manfred Ammon zu den Zielen der
Befürworter eines Gärtnermuseums. Als stellvertretender
Bürgermeister hob er die Bedeutung der traditionsreichen
Erwerbsgärtnerei hervor und bezeichnete es als lobenswert, dass
deren Spuren "gesichert, erhalten und in einem Museum erlebbar
gemacht werden sollten". Ammon überreichte dem Vorstand eine
Kuvert mit "einem kleinen Geldbetrag".
Der Saatschrank aus dem 18. Jahrhundert ist nach Meinung von Kinne
eine Rarität und das Prunkstück der Ausstellung. Er hofft, dafür
einen "Paten" zu gewinnen, der womöglich die
Restaurierungsarbeiten übernimmt. Schüffeleisen, Schubser,
Rübenroder, Drillmaschinen, Handeggen und eine Saatmaschine
gehören zu den ausgestellten Zeugnissen einer Zeit, als Gärtner
die Zentner schweren Früchte ihrer Arbeit noch in Kiepen nach
Hause schleppten. Auch an den Wolfenbüttel-Besucher, Dichter und
Maler Wilhelm Busch, dessen Bruder die damalige Konservenfabrik
Barnewitz leitete, erinnert ein Dokument. Neben Urkunden und
Saatkatalogen hat ein Kassenbuch der "Kuhversicherungs-Sterbe-Casse"
aus dem Jahre 1838 Seltenheitswert.
Text und Foto: Marion Kanther
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