14. Mai 2005  

 
 


BRAUNSCHWEIGER
ZEITUNG
WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

   

 

 
 


Sehen sich durch den Zuspruch in ihrem Vorhaben gestärkt, ein Gärtnermuseum zu errichten (von links): Sighild Salzmann, Gabiele Mönch-Paul, Manfred Ammon und Peter Kinne.

Pate für das Prunkstück gesucht

Der Verein Gärtnermuseum eröffnet im Schloss eine neue Ausstellung

WOLFENBÜTTEL. "Das gibt uns Rückenwind", freute sich Sighild Salzmann bei der Eröffnung der Ausstellung des Vereins Gärtnermuseum im Schloss. Denn die musealen Räume mit zahlreichen Exponaten aus der Blütezeit der Erwerbsgärtnerei in Wolfenbüttel konnten die Besucher kaum fassen. Das große Interesse der Bevölkerung wertete die stellvertretende Vorsitzende des Vereins als Ermunterung, das Ziel im Blick zu behalten: ein Gärtnermuseum in der kulturhistorischen Stätte eines Streckhofes.

Es soll nicht nur dieses avisierte Gebäude am Neuen Weg sein, sondern auch ein dahinter liegendes Feld, auf dem allerlei Früchte von der Aussaat bis zur Ernte beobachtet werden können, forderte Gabriele Mönch-Paul, die den Besuchern eine erste Einführung in die Ausstellung gab. "Grüne Stadtgeschichte" seit den Anfängen der Gärtnerei im Jahre 1532 ließ sie dabei lebendig werden. Zugleich lobte sie die Bereitschaft zahlreicher Leihgeber, die für die Ausstellung diverse Arbeitsgeräte, Fotos, Dokumente und andere Archivalien zur Verfügung gestellt haben. Wenn es das Gärtnermuseum bereits gäbe, wanderten alle Exponate dorthin, versicherte Vorsitzender Peter Kinne. Stattdessen suche man nun ein Magazin, um die Gegenstände nach dem Abschluss der Ausstellung lagern zu können.

Optimistisch äußerte sich Manfred Ammon zu den Zielen der Befürworter eines Gärtnermuseums. Als stellvertretender Bürgermeister hob er die Bedeutung der traditionsreichen Erwerbsgärtnerei hervor und bezeichnete es als lobenswert, dass deren Spuren "gesichert, erhalten und in einem Museum erlebbar gemacht werden sollten". Ammon überreichte dem Vorstand eine Kuvert mit "einem kleinen Geldbetrag".

Der Saatschrank aus dem 18. Jahrhundert ist nach Meinung von Kinne eine Rarität und das Prunkstück der Ausstellung. Er hofft, dafür einen "Paten" zu gewinnen, der womöglich die Restaurierungsarbeiten übernimmt. Schüffeleisen, Schubser, Rübenroder, Drillmaschinen, Handeggen und eine Saatmaschine gehören zu den ausgestellten Zeugnissen einer Zeit, als Gärtner die Zentner schweren Früchte ihrer Arbeit noch in Kiepen nach Hause schleppten. Auch an den Wolfenbüttel-Besucher, Dichter und Maler Wilhelm Busch, dessen Bruder die damalige Konservenfabrik Barnewitz leitete, erinnert ein Dokument. Neben Urkunden und Saatkatalogen hat ein Kassenbuch der "Kuhversicherungs-Sterbe-Casse" aus dem Jahre 1838 Seltenheitswert.

Text und Foto: Marion Kanther

 

 
 

     Zurück zur Übersicht