14. Dezember 2005  

 
 


BRAUNSCHWEIGER
ZEITUNG
WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

   

 

 
 
Ernte gut - längst nicht alles gut

Klönabend der Gemüseerzeuger Wolfenbüttel und Umgebung - 17000 Hektar Anbaufläche

Von Udo Starke

WOLFENBÜTTEL. Um Wachstumsbedingungen für Gemüse ging es unter anderem während eines Klönabends der Gemüseerzeuger Wolfenbüttel und Umgebung.

Zu Gast war Erich Klug, Referent der Landwirtschaftskammer Hannover. Er war einer Einladung des Vorsitzenden der Kreisgruppe Wolfenbüttel im Landesverband Gartenbau, Helmut Grabenhorst, gefolgt. Klug zufolge gab es 2005 ideale Bedingungen für Gemüse. "Es konnte jede Woche gepflanzt werden. Die Ernte war gut, und gab hoch qualitative Erträge. Die Verbraucher bekommen Qualität und Quantität."


Im Gespräch: Referent Erich Klug (rechts) und Helmut Grabenhorst. Foto: Udo Starke
 

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse habe 2005 bundesweit bei rund 94 Kilogramm gelegen. Das Land Niedersachsen verfüge über rund 17000 Hektar Anbaufläche für Gemüse. Die Region Wolfenbüttel bewirtschafte zirka 150 Hektar. "Die Tendenz der Flächen ist durch die höhere Nachfrage an Frischgemüse leicht steigend", bilanzierte Klug.

Probleme gebe es im Kostenbereich. "Dafür verantwortlich sind unter anderem die Einführung der LKW-Maut, die hohen Lohnkosten sowie die steigenden Betriebskosten für Dünger und Pflanzenschutz." Viel Arbeit bereiteten außerdem die Auflagen aus den Bereichen Umwelt und Naturschutz, die von den Gärtnern eingehalten werden müssten. Dazu zähle der Grundwasserschutz ebenso wie der Nitrateintrag beim Düngen und die Rückverfolgung der angebauten Produkte.

Die Saison für den Gemüseanbau läuft von Februar bis zum ersten Frost. Vorrangig würden in der Region verschiedene Kohlarten angebaut sowie Salate. Grund für diesen speziellen Anbau: In der Wolfenbütteler Region gebe es mittlere Böden, das heißt, das Gebiet verfüge über gute Lösslehmböden, die ideal für Gemüseanbau seien.

Indes lohne sich laut Grabenhorst der Anbau beispielsweise von Porree, Zwiebeln und Möhren nicht. Diese Sorten bevorzugten leichtere Böden. "Wir beliefern vorrangig Märkte und die Boga in Braunschweig, eine Absatzorganisation für Großhandelsbetriebe", erklärte Grabenhorst. Der Anbau richte sich vor allem nach der Nachfrage.

Die Kreisgruppe Wolfenbüttel und Umgebung hat zurzeit 20 Mitglieder und versteht sich als berufsständige Vertretung. Sie informiert unter anderem auch über rechtliche Situationen des Gartenbaus und die Tariflage.