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Er gehört zu den Top-Exemplaren seiner Spezies: der Streckhof
Neuer Weg 33, den der Verein Gärtnermuseum ankaufen will. Das
Fassadengefüge ist hier konsequent im gebundenen System
verzimmert.
(Foto: Karl-Ernst Hueske)
Warum der Streckhof so einzigartig
ist
Der Verein Gärtnermuseum will mit dem Anwesen
Neuer Weg 33 ein ganz besonderes Gebäude sichern
Von Karl-Ernst Hueske
WOLFENBÜTTEL. Die Stadt Wolfenbüttel kann auf eine
jahrhundertealte Tradition der Gartenkultur und der Gärtner
zurückblicken. An die 300 Jahre alte Tradition des
Erwerbsgartenbaus erinnern in der Stadt noch einige wenige
Streckhöfe.
Der Verein Gärtnermuseum Wolfenbüttel will nun
einen derartigen Streckhof erwerben (wir berichteten). Der Verein
hat sich als Standort für sein Museum ein Gebäude am Neuen Weg 33
ausgesucht, das nach Angaben von Günter Jung von der
Bezirksdenkmalpflege zu den "Top-Exemplaren seiner Spezies"
gehört.
Streckhöfe entstanden in Wolfenbüttel seit der
Mitte des 18. Jahrhunderts, berichtet der ehemalige
Stadtheimatpfleger Dieter Haupt in seinem 1997 erschienen Aufsatz
zum Thema "Streckhöfe ¨– eine Vorstadtstruktur geht verloren". Der
Streckhof ist demnach ein zweigeschossiges Fachwerkhaus, in dem,
auch bedingt durch eine entsprechend gestreckte Parzellenstruktur,
der Wohn-, Wirtschafts- und Stallteil aneinander gereiht und
vereinzelt sogar unter einem gemeinsamen Dach untergebracht sind.
Einige Streckhöfe wurden später zu winkelförmigen oder gar
U-förmigen Hofanlagen durch entsprechende Anbauten erweitert.
Das trifft für das Gebäude Neuer Weg 33 nicht
zu. "Er ist noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, außen
und insbesondere innen", ist Gärtnermuseums-Geschäftsführerin
Sighild Salzmann ganz begeistert von dem Streckhof, den der Verein
so schnell wie möglich ankaufen möchte. Die Einzigartigkeit hat
dem Verein auch der Denkmalexperte Günter Jung bestätigt: "Ich
gehe von einer Kulturdenkmaleigenschaft des Hofes aus. Hierfür
sprechen insbesondere die selten qualitätsvolle Ausführung des
zweistöckigen Fachwerk-Wohnhauses mit profilierter Vorkragungszone
an beiden Längsseiten, die klassizistische Haustüre, eine
zeitgenössische Innentüre, beide mit kunstvollen Beschlägen, der
in seiner Struktur mit Ausnahme des Eingangswechsels von Nord nach
Süd wenig veränderte Gebäudegrundriss sowie der Inschriftstein vom
20. Juli 1800 mit Angabe des Bauherrn Holtje."
Jung sieht aber auch Gefahren für diesen
einzigartigen Streckhof. Sorgen bereiten ihm besonders der
zerfledderte Zustand des Daches. Auch das Balkenwerk der Remise
wird infolge starken Schädlingsbefalls zu sanieren sein.
Das wissen auch die Mitglieder des
Gärtnermuseumsvereins. Sie haben deshalb eine Spendeaktion zum
Ankauf und zur Sanierung des Streckhofes gestartet. "10 350 Euro
haben wir schon gespendet bekommen", freut sich Salzmann.
 
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