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WOLFENBÜTTEL (keh) Seit über 300
Jahren ist der Name Wolfenbüttel mit dem Berufsstand der
Erwerbsgärtner verknüpft. Besonders seit der Residenzverlegung im Jahr
1754 trägt die Lessingstadt im Volksmund die Bezeichnung
"Gärtnerstadt". Nun soll mit der Gründung eines
Fördervereins Gärtnermuseum an diese jahrhundertealte Tradition
erinnert werden. Heutzutage erinnert zwar höchstens noch das Gärtnerdenkmal vor der Trinitatiskirche, eine von Marion Sippel-Boland
erarbeitete Geschichte der Wolfenbütteler Gärtner
(erschienen als Heft 8 der Wolfenbütteler Stadtgeschichte) und gerade
mal 20 Gärtnereibetriebe (nach dem Krieg waren es noch 150) an diese
Tradition, aber nun soll ein Versuch gestartet werden, dieses Kapitel
der Wolfenbütteler Stadtgeschichte verstärkt in das Bewusstsein der
Öffentlichkeit zu rücken.
Vielfarbiges Bild der Ländereien
Zwar wird es nie mehr einen derartig
schönen Anblick geben, wie ihn frühere Zeitgenossen erlebt haben,
denen sich, wenn sie aus Norden kommend, auf Höhe des Sternhauses ein
vielfarbiges und vielförmiges Bild der fruchtbaren Ländereien in der
Senke darbot. Aber im Verlauf der nördlichen Wolfenbütteler
Zufahrtsstraße, des Neuen Weges, gibt es zumindest, ebenso wie am Alten
Weg, noch einige alte Streckhöfe. Diese typischen Wolfenbütteler
Gärtner-Gehöfte werden aber immer weniger, so dass es nun dringend an
der Zeit ist, so die CDU-Ratsfrau Sighild Salzmann, einen derartigen Hof
zu erhalten, und darin ein Gärtnermuseum |

Dies ist das Titelbild des Heftes 8 zur Geschichte der
Stadt Wolfenbüttel, in dem Marion Sippel-Boland die Geschichte der
Wolfenbütteler Gärtner beschrieben hat. Es zeigt die Gärtnerei von
Otto Höltje an der Campestraße.
Foto: Historisches Foto Archiv Wolfgang Lange
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einzurichten.
Hinzu kommt, dass die heutigen Wolfenbütteler
Erwerbsgärtner aus Platzmangel alte Gerätschaften nicht mehr
aufbewahren können. Ehe diese Geräte jedoch beim Schrotthändler
landen, sollten sie zusammengetragen werden und im Museum ausgestellt
werden.
Peter Kinne, Gärtner von der Campestraße besitzt zum Beispiel
mehrere historische Gärtnerwerkzeuge, darunter auch ein extra für die
Region Wolfenbüttel entwickeltes Schaufeleisen. Er selbst hat auch
Probleme, diese alten Gerätschaften in seinem modernen Betrieb zu
lagern.
Weitere Mitstreiter gesucht
Inzwischen konnte Sighild Salzmann auch
schon mehrere Wolfenbütteler für die Gründung eines
Gärtnermuseum-Fördervereins begeistern. Sie sucht allerdings noch
weitere Mitstreiter, um das Projekt Gärtnermuseum in einem ehemaligen
Streckhof realisieren zu können. Von daher können sich auch noch
weitere Interessenten an diesem Projekt und an diesem Verein am
Dienstag, den 13. Februar, 18:30 Uhr, im Restaurant Smedien am Neuen Weg
66 einfinden, um an der Vereinsgründung
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mitzumachen.
Interessenten an der Gründung des Fördervereins können sich mit Sighild Salzmann auch schon vorher über die
Telefonnummer 05331/72051 oder die Faxnummer 05331/33481 in Verbindung
setzen.
Salzmanns Idee für ein Wolfenbütteler Gärtnermuseum geht aber
noch über eine einfache Präsentation der Wolfenbütteler
Gärtnergeschichte, ihrer Häuser und ihrer Handwerksgeräte hinaus. Sie
kann sich auch einen Wolfenbütteler Gärtnerpfad vorstellen und Kurse
mit Tipps für den Gartenbau.
Brücke zur heutigen Zeit
Damit will sie erreichen, dass nicht nur zurückgeschaut wird,
sondern auch eine Brücke zur heutigen Zeit geschlagen wird. Sie selbst
hat erfahren, wie schwierig es heutzutage für Hobbygärtner ist, ohne
fachliche Unterstützung einen abwechslungsreichen Garten zu schaffen
und zu erhalten. "Vom Wissen der Wolfenbütteler Gärtner sollten
möglichst alle Wolfenbütteler profitieren", lautet denn auch eine
Zielsetzung ihres Projektes "Gärtnermuseum".
Text: Karl-Ernst Hüske
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