19. März 2007  

 
 


BRAUNSCHWEIGER
ZEITUNG
WOLFENBÜTTELER ZEITUNG UND ANZEIGER

   

 

 

 

Neugieriger Blick in den Streckhof

Verein Gärtnermuseum lädt Mitglieder zum ersten Mal in die Räume am Neuen Weg ein


Sehen sich gemeinsam die Pläne des Streckhofes am Neuen Weg an:
Dagmar Niehüser, Heiko Kramer, Helga Fricke, Friedhelm Niehüser, der
Erläuterungen gibt, Doris Liefner und Edith Pölig     Foto: H.-D. Sandhagen 

Von Hans-Dietrich Sandhagen

WOLFENBÜTTEL. "Betreten auf eigene Gefahr" steht auf einem Schild neben der Tür des Hauses Neuer Weg 33. Es ist der alte Streckhof, den der Verein Gärtnermuseum gekauft hat.

Am Samstagnachmittag ließ sich niemand von der Warnung abschrecken. Der Vorstand des Vereins hatte das Haus erstmals für seine Mitglieder geöffnet, die sich in vielen Aktionen dafür engagiert hatten, das rund 100 000 Euro teure Gebäude zu erwerben, damit es ein Gärtnermuseum werden kann.

Viele von ihnen warfen am Samstag einen ersten neugierigen Blick in die rund 200 Quadratmeter umfassenden Räume, mit denen der Verein die Tradition Wolfenbüttels als Gärtnerstadt bewahren und dokumentieren will. Doch bis das Museum fertig ist, liegt noch viel Arbeit vor dem Verein.

Im Moment geht es um die Bestandsaufnahme, erklärte Architekt Friedhelm Niehüser. Das Haus stammt aus dem Jahr 1800. Seit dem 28. Februar darf der Verein die Schwelle übertreten.

In einem der Wohnräume im ältesten Teil zeigte Niehüser an Zeichnungen aus dem Jahr 1906 alte Strukturen des Hauses und ging auf den Hintergrund des Namens Streckhof ein. An der Straße stehe der älteste Hausteil, der teilweise auch unterkellert sei.

Man habe – je nach Bedürfnissen – das Haus immer weiter nach hinten ausgebaut, es eben immer weiter gestreckt. Im Laufe der Zeit sei es dann wieder umgebaut worden, wenn es notwendig war. Der bisherige Wohnbereich zieht sich bis weit über das älteste Hausstück hinaus.

Dahinter befindet sich eine alte Waschküche. Hier ist unter anderem eine alte Hand-Waschmaschine zu entdecken. Dahinter ist ein Stallraum. Dort könnte beispielsweise ein Pferd gestanden haben, sagt Niehüser. Ein Futtertrog sei allerdings nicht mehr vorhanden.

Im Wohnhaus selbst gibt es ein Obergeschoss, hinzu kommt ein Dachboden, der für den Verein nutzbar sein wird. Der Boden über dem Stall ist zurzeit laut Niehüser nur unter Gefahren zu betreten.

In Sachen Bestandsaufnahme ist der Verein im Moment in Gesprächen mit der Denkmalpflege. Die Räume werden aufgenommen, es geht um Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Letztlich muss eine Kostenrechung gemacht werden. Auch Fördermittel sind ein Thema.

Ziel des Vereins ist es, so berichteten Niehüser und Doris Liefner, nach und nach auf den Ursprung des Gebäudes zu kommen. Gezeigt werden soll der Streckhof möglichst genau so, wie er damals von den Gärtnern genutzt wurde.

Abgesehen davon, dass auf dem Gelände Arbeitsgeräte der Gärtner gezeigt werden sollen, von denen der Verein schon viele zusammengetragen hat, soll das Haus auch einen Einblick in den Alltag bieten. Wunsch wäre beispielsweise eine alte Küche. Doris Liefner kann sich gut vorstellen, dass hier dann auch Gerichte aus der damaligen Zeit gekocht werden.

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