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Neugieriger Blick in den Streckhof
Verein Gärtnermuseum lädt Mitglieder zum
ersten Mal in die Räume am Neuen Weg ein

Sehen sich gemeinsam die Pläne des Streckhofes am
Neuen Weg an:
Dagmar Niehüser, Heiko Kramer, Helga Fricke, Friedhelm Niehüser,
der
Erläuterungen gibt, Doris Liefner und Edith Pölig
Foto: H.-D. Sandhagen
Von Hans-Dietrich Sandhagen
WOLFENBÜTTEL. "Betreten auf eigene Gefahr" steht auf einem
Schild neben der Tür des Hauses Neuer Weg 33. Es ist der alte
Streckhof, den der Verein Gärtnermuseum gekauft hat.
Am Samstagnachmittag ließ sich niemand von der Warnung
abschrecken. Der Vorstand des Vereins hatte das Haus erstmals für
seine Mitglieder geöffnet, die sich in vielen Aktionen dafür
engagiert hatten, das rund 100 000 Euro teure Gebäude zu erwerben,
damit es ein Gärtnermuseum werden kann.
Viele von ihnen warfen am Samstag einen ersten neugierigen
Blick in die rund 200 Quadratmeter umfassenden Räume, mit denen
der Verein die Tradition Wolfenbüttels als Gärtnerstadt bewahren
und dokumentieren will. Doch bis das Museum fertig ist, liegt noch
viel Arbeit vor dem Verein.
Im Moment geht es um die Bestandsaufnahme, erklärte Architekt
Friedhelm Niehüser. Das Haus stammt aus dem Jahr 1800. Seit dem
28. Februar darf der Verein die Schwelle übertreten.
In einem der Wohnräume im ältesten Teil zeigte Niehüser an
Zeichnungen aus dem Jahr 1906 alte Strukturen des Hauses und ging
auf den Hintergrund des Namens Streckhof ein. An der Straße stehe
der älteste Hausteil, der teilweise auch unterkellert sei.
Man habe – je nach Bedürfnissen – das Haus immer weiter nach
hinten ausgebaut, es eben immer weiter gestreckt. Im Laufe der
Zeit sei es dann wieder umgebaut worden, wenn es notwendig war.
Der bisherige Wohnbereich zieht sich bis weit über das älteste
Hausstück hinaus.
Dahinter befindet sich eine alte Waschküche. Hier ist unter
anderem eine alte Hand-Waschmaschine zu entdecken. Dahinter ist
ein Stallraum. Dort könnte beispielsweise ein Pferd gestanden
haben, sagt Niehüser. Ein Futtertrog sei allerdings nicht mehr
vorhanden.
Im Wohnhaus selbst gibt es ein Obergeschoss, hinzu kommt ein
Dachboden, der für den Verein nutzbar sein wird. Der Boden über
dem Stall ist zurzeit laut Niehüser nur unter Gefahren zu
betreten.
In Sachen Bestandsaufnahme ist der Verein im Moment in
Gesprächen mit der Denkmalpflege. Die Räume werden aufgenommen, es
geht um Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Letztlich muss eine
Kostenrechung gemacht werden. Auch Fördermittel sind ein Thema.
Ziel des Vereins ist es, so berichteten Niehüser und Doris
Liefner, nach und nach auf den Ursprung des Gebäudes zu kommen.
Gezeigt werden soll der Streckhof möglichst genau so, wie er
damals von den Gärtnern genutzt wurde.
Abgesehen davon, dass auf dem Gelände Arbeitsgeräte der Gärtner
gezeigt werden sollen, von denen der Verein schon viele
zusammengetragen hat, soll das Haus auch einen Einblick in den
Alltag bieten. Wunsch wäre beispielsweise eine alte Küche. Doris
Liefner kann sich gut vorstellen, dass hier dann auch Gerichte aus
der damaligen Zeit gekocht werden.
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