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WOLFENBÜTTEL (emka)
Der im Februar gegründete Verein "Gärtnermuseum Wolfen- büttel"
verfolgt zielstrebig das Vorhaben, dem traditions- reichen Berufszweig
eine Erinnerungsstätte zu widmen. Zuversichtlich äußerte sich die
ehrenamtliche Geschäfts- führerin, Sighild Salzmann, dass das dritte
deutsche Gärtnermuseum in Wolfenbüttel eröffnet wird.
Eine fast 500-jährige Tradition dürfe
einfach nicht verschwinden. Das Gärtnerdenkmal, das im Mai 1998 im
Schatten der St.-Trinitatis-Kirche aufgestellt wurde, sei kein Ersatz
für altes Mobiliar, Dokumente, Bildmaterial und Arbeitsgeräte aus der
Blütezeit des Erwerbsgartenbaus, der Wolfenbüttel als Gärtnerstadt
berühmt gemacht habe.
Im nächsten Jahr wolle der Verein, der
inzwischen 51 Mitglieder zählt, die Gärtnermuseen in Bamberg und
Erfurt besuchen. |
Seine erste Gruppenfahrt führte
am vergangenen Wochenende zur Bundesgartenschau nach Potsdam.
Randnotiz: Die Wolfenbütteler passierten einige Minuten zu früh den
Eingang. Nach ihnen wurde der 1,5-millionste Besucher mit einem Präsent
begrüßt...
Nur noch zwölf Betriebe
Die Mitglieder und Freunde des Vereins ließen die "Gartenkunst
gestern und morgen" auf sich wirken und erlebten eine
"Sinfonie für die Sinne". Sie fanden aber auch Beis- piele
für typische Landschafts- gärten, wie sie seit den 50er-Jahren an
gelegt wurden, moderne Grab- gestaltung und Kulturpflanzungen,
und sie zeigten sich beeindruckt von den Verwendungsmöglichkeiten
nachwachsender Rohstoffe.
Vereinsvorsitzender Peter Kinne sah sich nach diesem Besuch
bestätigt, dass die prägende Kulturgeschichte der heimischen
Gartenbaubetriebe vor dem Vergessen bewahrt werden müsse. |
Von den ehemals 130 Wolfenbütteler
Betrieben in den 50er Jahren seien noch zwölf übrig geblieben, und
darunter nur wenige, die als ehemals für Wolfenbüttel typsiche
Streckhöfe gelten.
Kinne und weitere Wegbereiter für ein Gärtnermuseum - Schriftführerin
Edith Pölig und Schatzmeister Hermann Isensee - haben bereits
Utensilien gerettet, die aus der Hochzeit des heimischen
Erwerbsgartenbaus stammen und auf Dachböden oder in alten Scheunen vor
sich hin rosteten. "Wir haben damals mit Geräten gearbeitet, die
heute kaum noch bekannt sind", gab Edith Pölig zu bedenken. Sie
erinnerte an das Kratschemesser, das wahrscheinlich in Wolfenbüttel
beim Unkraut jäten auf den Knien verwendet wurde.
Die Zukunft des junge Vereins, der noch auf seine Eintragung im
Vereinsregister wartet, hängt nach Meinung seiner Geschäftsführerin
von der Unterstützung durch die Ratsfraktion und der Bevölkerung ab.
Nur mit Ideen, Sach- und Geldspenden könne das Museums-Projekt
realisiert werden.
Kürbisse werden prämiert
Bis es soweit ist, präsentieren sich die Mitglieder mit Aktionen
und Vorträgen in der Öffentlichkeit. So sind sie in der Kulturnacht am
22. September mit einem Informationsstand auf dem Hof des Architekten
Friedhelm Niehüser vertreten und erwarten die Früchte einer Aktion,
die im Rahmen des Geranienmarktes begann: Im Mai hatte der Verein
Kürbispflanzen verlost, und die schönsten und originellsten sollen am
9. Oktober prämiert werden.
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